Warum Männer nicht zuhören…

    Warum? Keine Ahnung. Aber dass es so ist, erzählt diese kleine Geschichte: Unser Sohn ist sehr tierlieb. Von klein auf kümmert er sich um seine Haustiere. Eines Wochentags stapfte er mit hängenden Armen und gesenktem Kopf aus seinem Zimmer: Sein kleiner Hamster Goliath lag leblos im Käfig. Die Nachricht ereilte uns mitten beim Frühstück und sorgte nicht gerade für Sonnenschein‐Laune.

    Goliath sollte ein ruhiges Plätzchen im Garten bekommen. Schnell wurde eine leere Teepackung zum Hamstersarg umfunktioniert, mit weicher Watte ausgelegt und das Tier liebevoll mit einem kleinen Tuch zugedeckt. Wenn wir Eltern die Wohnung verlassen, sollen wir die Schachtel mitnehmen, die so lange auf der Kommode im Flur darauf wartet. Dort abgestellt, bräuchten wir sie nur zu schnappen, wenn wir aus dem Haus gehen.

    In gewohnter Eile helfen alle schnell den Frühstückstisch abzuräumen, Sachen werden hastig zusammengepackt und einer nach dem anderen verlässt die Wohnung. An die Teepackung inklusive Hamster denkt niemand mehr, denn dieses war nun auch von der Kommode verschwunden.

    Schon am nächsten Tag zog ein merkwürdiger Geruch durch die Wohnung. Unangenehm süßlich wehte er uns um die Nase und wurde umso intensiver, je näher wir der Küche kamen. Alles abgesucht, konnten wir nichts Verdächtiges finden. Nach weiteren zwei Tagen miefte es schon so intensiv, dass es uns auf den Magen drückte. Wir begannen die Küchenschränke vollständig auszuräumen. Immer der Nase nach, arbeiteten wir uns dem Gestank entgegen. Beim Teeregal angekommen, schrie unsere Tochter plötzlich laut auf, als sie eines der vielen Päckchen öffnete. Lag doch da der arme Goliath ganz still und friedlich. Wer hatte das Päckchen wieder ins Regal gestellt? Wir beide schauten uns an. Den fürchterlichen Gestank sind wir jedenfalls ewig nicht losgeworden. (ilk)