Überraschungen

    Eigentlich dachte ich, dass es zu Hause ruhiger wird, je älter die Kinder werden. Schließlich werden sie immer selbstständiger, können sich um viele Dinge alleine kümmern. Wenn sie groß sind, gehen sie eigene Wege, sind kaum noch zu Hause. Doch nun, wo sie nahezu erwachsen sind, will es nicht so kommen. Täglich erwarten uns neue Überraschungen. Vor allem jetzt in den Ferien ist die Wohnung jeden Tag voller Freunde – Freunde unserer Tochter. Wenn ich abends nach Hause komme, begrüße ich also immer zuerst die Gäste.

    Bei unserem Sohn dagegen ist von Kumpels weit und breit nichts zu sehen. Bei ihm treffe ich neuerdings immer ein Mädchen an. Nein, nicht immer dasselbe! Und täglich fragen zarte Mädchenstimmen am Telefon nach ihm. Manchmal grüßen mich junge Mädels, die ich nicht kenne, an die ich mich nicht erinnern kann. Anfangs sehr bemüht, fällt es mir inzwischen schwer, mir all die Namen zu merken.

    Ach, wie unkompliziert war doch die Grundschulzeit, als uns die Kinder morgens beim Frühstück mit der Nachricht überraschten, dass sie zum heutigen Knüppelteigfest noch einen langen Stock mitbringen sollten. (ilk)