Pralinen für die Liebe
Fest entschlossen, den Winterspeck dieses und der letzten vergangenen Winter loszuwerden, ging ich jede Woche ins Fitnessstudio. Oft auch noch am Wochenende in der Muckibude, von deren Plakatwänden mich schöne und schlanke Menschen anlächelten, quälte ich mich mit jedem Gramm. Inzwischen verbrachte ich mehr Zeit im Studio, als zu Hause.
Der Zufall wollte es, dass ich immer wieder neben der gleichen Dame den Umkleideschrank nutzte und so kamen wir ins Gespräch. Sie war einige Jahre älter und auch noch kleiner als ich. Ihr mädchenhaftes Gesicht war sehr hübsch und ihr Lächeln überaus sympathisch. Nur leider war sie ziemlich dick.
In jungen Jahren hatte sie eine zierliche Gestalt und ihr Mann liebte sie über alles, so erzählte sie mir. Immer wieder machte er ihr Geschenke, Blumen und Pralinen aus Liebe. Nein, Pralinen waren nicht gut für die Figur, das wusste sie und lehnte immer wieder ab. Doch er bestärkte sie, die verführerischen Leckereien zu naschen. Ständig von seinen Liebesschwüren besänftigt, legten sich von Jahr zu Jahr mehr Polster auf ihre Hüften und schließlich verließ er sie. Er hatte eine junge schlanke Frau kennengelernt. (ilk)