Passgenau

    Wer in unseren Breiten groß geworden ist, kennt den Zauber, den süße reife Früchte wie Melonen, Bananen oder auch rotwangige Pfirsiche auslösen. Dieses Obst zählte zu den Exoten, die man nur selten zu Gesicht bekam. Inzwischen haben sich die Zeiten geändert, Früchte aus aller Herren Länder werden das gesamte Jahr über angeboten. Die Konkurrenz für die heimischen Obstbauern ist groß, und so laden einige jedes Jahr zur Erntezeit zum Selbstpflücken ein. Ein tolles Erlebnis, besonders für kleine Kinder. Schließlich kann man sich hier die leckersten Exemplare aussuchen und obendrein nach Herzenslust naschen.

    So besuchten wir gemeinsam mit Kindern und Großeltern eine Pfirsichplantage. Die Sonne schien erbarmungslos heiß, als wir mit mehreren leeren Körben losmarschierten. Unser Jüngster lernte gerade erst laufen und war mit sich selbst beschäftigt. Unsere Tochter jedoch, bereits 3 Jahre alt, wollte ebenfalls pflücken ‐ ganz allein, versteht sich. Zuvor kauften wir ihr ein hübschen Körbchen – eigens für sie eine Miniaturausgabe.

    Die reifen Pfirsiche waren zuckersüß und voller Saft. Wir naschten uns quer durch alle Reihen und hatten uns bald auch aus den Augen verloren. Alle genossen diesen herrlichen Tag und ließen sich treiben. Doch schon nach wenigen Minuten zog mich jemand am Rock. Unsere Tochter stand mit ihrem Körbchen neben mir, gefüllt mit winzigen, grasgrünen, unreifen Früchten. Als ich zu erklären versuchte, dass die großen roten viel saftiger und süßer sind, meinte sie nur: „Ich habe das kleine Körbchen, da kommen nur kleine Pfirsiche rein!“ (ilk)