Kontrolle ist besser

    Kleine Kinder mögen oft bestimmtes Gemüse oder Obst nicht. Manche essen keine Pilze oder Paprika, andere keinen Spargel oder Spinat… Unser Sohn mochte keine Tomaten, weder frisch, noch als Salat oder in der Suppe. Selbst Tomatensoße bescherte ihm beim bloßen Anblick eine Gänsehaut. Allerdings liebte er Pizza. Vielleicht wegen der deftigen Salamischeiben, ganz sicher aber nicht wegen der Tomatensoße, die sich normalerweise unter der Salami befindet. Wir kannten seine Vorlieben und ernteten immer ein breites Lächeln, wenn wir ihm seine Pizza ganz ohne Soße servierten.

    Schon immer besuchten wir gerne Restaurants, ließen es uns dort schmecken. Die Kinder liebten diese Abwechslung, konnten sie doch ganz allein aus einer großen Vielfalt wählen. Für unseren Knirps, gerade erst 4 Jahre alt, war die Entscheidung immer leicht: Salamipizza! Für uns alle längst selbstverständlich, dachte niemand mehr an seine Abneigung gegen Tomaten und so vergaßen wir bei der Bestellung, diese besondere Zubereitung anzumelden. Stolz präsentierte die Kellnerin dem kleinen Mann den feurig rot strahlenden Teller. Die Enttäuschung war riesig, das Essen aus seiner Sicht ungenießbar.

    Als ein neuer Italiener sein Lokal eröffnete, stand für uns fest: Dort möchten wir hin. “Und für dich?” so die Kellnerin “eine Salamipizza, aber ohne Tomatensoße!” „Ganz ohne Soße?“ Die Kellnerin schaute etwas ungläubig, was unseren Sohn ein wenig verunsicherte. Kurz darauf war er vom Tisch verschwunden. Nach ein paar Minuten machten wir uns Sorgen und wollten uns gerade auf die Suche nach ihm machen, als er mit seiner Pizza und einem breiten Grinsen zurückkam. Aus Angst um sein Lieblingsgericht, marschierte er schnurstracks in die Küche, erzählte dem Koch genau, was er sich wünschte und schaute sicherheitshalber zu, bis die Pizza fertig war ‐ natürlich ohne Tomatensoße. (ilk)